zuletzt aktualisiert am 07.06.2026
Wasser ist seit jeher das wichtigste Element und die Grundlage des Lebens. Nicht umsonst beinhalten zahlreiche ayurvedische Texte das Element in seinen verschiedensten Formen. Die positiven Wirkungen von Wasser auf das physische Wohlbefinden des Menschen sprechen für sich. Warum Du laut Ayurveda warmes Wasser trinken solltest, erfährst Du hier.
Das Wichtigste in Kürze: Was bewirkt warmes Wasser?
- Warum warmes Wasser: Im Ayurveda stärkt heißes Wasser das Verdauungsfeuer (Agni) und hilft, angesammelte Schlacken (Ama) aus dem Körper zu leiten.
- Morgens auf nüchternen Magen: Ein Glas heißes Wasser direkt nach dem Aufwachen regt den Stoffwechsel an und unterstützt die natürliche Entgiftung.
- Richtige Temperatur: Idealerweise zwischen 40 und 60 Grad Celsius – warm genug für die Wirkung, sanft genug für die Schleimhäute.
- Dosha-gerecht trinken: Vata kocht 10 Minuten, Pitta 15 Minuten, Kapha 20 Minuten – und jeder Typ verfeinert das Wasser mit anderen Kräutern.
- Abends: Eine kleine Tasse warmes Wasser eine Stunde vor dem Schlafen fördert Entspannung und Schlafqualität.
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Die Vorteile & Eigenschaften von heißem Wasser
Dass Wasser für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit wichtig ist, bekommt man seit Kindertagen zu hören. Im Ayurveda spielt vor allem die Menge und Temperatur eine entscheidende Rolle.
Die folgenden Eigenschaften werden im Ayurveda heißem Wasser zugeschrieben:
- mehr Energie
- Unterstützung einer kräftigen, strahlenden Haut
- Vorbeugung von Verdauungsproblemen
- schnelle Hilfe bei Verstopfung
- Beruhigung des Gemüts
- Erfrischung des gesamten Körpers
- Lebenspendende Wirkung
- Reinigende Eigenschaften
Für eine erfolgreiche Reinigung Deines Körpers mit Wasser empfiehlt die ayurvedische Lehre, das Wasser vor dem Trinken abzukochen. Zusätzlich können Gewürze und Kräuter für eine bessere Wirkung beigefügt werden und stärken Deinen Körper.


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Verbesserte Vitalität durch warmes Wasser
Im Ayurveda wird heißes Wasser morgens getrunken, um mit mehr Energie in den Tag zu starten. Deine Müdigkeit wird vertrieben und Deine Lebensgeister geweckt, wodurch Du Dich direkt fitter fühlst. Am besten integrierst Du ein Glas warmes Wasser in Deine ayurvedische Morgenroutine, um kraftvoll in den Tag zu starten.
Eine im European Journal of Nutrition veröffentlichte Studie (1) zeigt, dass die Temperatur des getrunkenen Wassers die Magenaktivität (Magenmotilität) messbar beeinflusst. Dieser Befund untermauert die ayurvedische Empfehlung für warmes Wasser wissenschaftlich.


Für mehr Geschmack kannst Du das Wasser mit Gewürzen anreichern, um ein Ayurveda-Getränk für morgens zuzubereiten. Hierfür eignet sich beispielsweise Kurkuma optimal oder Du kochst Dir einen ungesüßten Tee.
Die Wärme erzeugt nicht nur ein wohliges Gefühl in Dir, sondern gleicht auch den Verlust von Flüssigkeit über Nacht aus. Dadurch wird Deine gesamte Vitalität verbessert und Du wirst schnell merken, dass Deine Haut strahlender wird.
Leichtere Gewichtsreduktion mit heißem Wasser
Heißes Wasser kann außerdem beim Abnehmen helfen. Wenn Du Dich zwischen Mahlzeiten hungrig fühlst, hast Du oft eigentlich nur Durst. Mit einem Glas warmem Wasser kann das Hungergefühl – das gar kein Hunger ist – beruhigt werden. Das heiße Wasser unterstützt zudem die Entgiftung und Fettverbrennung, was bei der Ayurveda Diät erfreuliche Resultate bringt.


„Wer das warme Wassertrinken bewusst in den Alltag einbindet, wird schon nach kurzer Zeit spüren, wie viel Klarheit, Energie und innere Balance diese einfache Gewohnheit schenken kann.“
Elisabeth Naschberger-Mauracher, European Ayurveda Expertin & Geschäftsführerin des European Ayurveda Resort Sonnhof in Tirol
Wärme bei Verstopfung: Wie beeinflusst heißes Wasser die Verdauung?
Warmes Wasser kann den Verdauungstrakt sanft stimulieren und dabei helfen, angesammelte Nahrungsreste oder Stoffwechselrückstände leichter zu bewegen.
Durch die Wärme entspannen sich die Muskeln von Magen und Darm, wodurch die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) unterstützt wird. Gerade bei träger Verdauung oder gelegentlicher Verstopfung kann warmes Wasser deshalb eine einfache, unterstützende Maßnahme zur Linderung sein.
Im Gegensatz dazu kann sehr kaltes Wasser den Verdauungsprozess kurzfristig verlangsamen, da der Körper zunächst Energie aufwenden muss, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu bringen.
Warmes Wasser hingegen entspricht näher der Körpertemperatur und kann deshalb schneller vom Organismus aufgenommen werden. Gleichzeitig fördert die Wärme die Durchblutung im Verdauungstrakt, was den Transport von Nährstoffen sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten begünstigen kann.


Warmes Wasser wird aus ayurvedischer Sicht idealerweise langsam und in kleinen Schlucken getrunken. Wenn jeder Schluck kurz im Mund bleibt, bevor er geschluckt wird, kann der Körper die Flüssigkeit besser wahrnehmen und aufnehmen. Diese achtsame Trinkweise unterstützt die verdauungsfördernde Wirkung und stärkt zugleich das Bewusstsein für die eigenen Körperbedürfnisse.
Heißes Wasser zur Förderung einer gesunden Verdauung
Wasser spielt eine grundlegende Rolle für eine gesunde und starke Verdauung. Zu wenig oder kalte Flüssigkeit schaden dem Verdauungsfeuer Agni und können es zum Erlöschen bringen. Dein Körper braucht zudem sechs Stunden, um kaltes Wasser zu verdauen, während er für warmes Wasser nur eineinhalb Stunden braucht (2).
Heißes Wasser regt Agni demnach besonders an und fördert die Verdauung. So können abgelagerte Schlacken und Giftstoffe leichter aus Deinem Körper transportiert werden. Das wirkt sich wiederum positiv auf Deine Erholung aus und unterstützt die Reinigung Deines Körpers.
Warmes Wasser trinken im Ayurveda
Durch das Abkochen des Wassers im Ayurveda werden Energien freigesetzt, die in den Wassermolekülen gespeichert werden. Dadurch werden sie bei der Einnahme des Wassers direkt an Deinen Körper weitergegeben. Diese Praktik wird seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Medizin umgesetzt.


Zusätzlich wird das Wasser durch das lange Kochen aus chemischer Sicht dünnflüssiger. Dieses nun dünnflüssigere und kurzkettige, ayurvedische Wasser ist besser dazu in der Lage, wasserlösliche Schlacken und Rückstände des Stoffwechsels aus Deinem Körper zu transportieren.
Die ideale Trinktemperatur liegt im Ayurveda zwischen 40 und 60 Grad Celsius. Das Wasser ist warm genug, um Stoffwechselprozesse anzuregen, aber nicht so heiß, dass es die Schleimhäute reizt.
Sämtliche Komponenten der Nahrung, die nicht in Energie umgewandelt werden können, bleiben als Stoffwechselrückstände in Deinem Körper zurück. Im Ayurveda wird dann von Ama gesprochen, das aus ayurvedischer Sicht der Beginn jeder Krankheit ist. Ayurvedisches, warmes Wasser kann diese besser aus Deinem Körper leiten.
Das Wasser wird außerdem durch das Abkochen gereinigt und verändert seine Struktur. Kalk wird dabei beispielsweise kristallisiert und verdampft. Die Wärme hilft zusätzlich effektiver bei der Ausleitung von Stoffwechselrückständen im Verdauungstrakt. Auch das Verdauungsfeuer Agni wird durch das warme Ayurveda Wasser bei seiner Arbeit unterstützt. Im Anschluss fühlst Du Dich wohler und hast mehr Energie!
Mit heißem Wasser die Doshas ins Gleichgewicht bringen
Auch Dein Konstitutionstyp spielt eine wichtige Rolle bei der korrekten Aufnahme von Wasser. Abhängig von den drei Doshas solltest Du Dein Wasser unterschiedlich lange abkochen und mit verschiedenen Gewürzen bereichern. Welches Dosha bei Dir dominiert, kannst Du im Dosha Test herausfinden.
Grundsätzlich wird Wasser im Ayurveda immer mindestens 10 Minuten lang abgekocht, wobei auch hier zwischen den einzelnen Doshas unterschieden wird.
- Vata-Typen sollten das Wasser 10 Minuten lang kochen lassen, bis es sich im Topf um ein Viertel reduziert hat.
- Pitta-Menschen etwa 15 Minuten, bis ein Drittel verdampft ist.
- Kapha-Menschen sollten das Wasser etwa 20 Minuten abkochen lassen, bis nur noch die Hälfte übrig ist.
Obwohl im Ayurveda warmes Wasser morgens rein getrunken werden sollte, kannst Du je nach Konstitution die folgenden Kräuter und Gewürze beigeben. Dadurch erhält das warme Wasser Geschmack und Dein Körper wird zusätzlich mit gesunden Nährstoffen versorgt. Die folgenden Zeitangaben beziehen sich auf bereits abgekochtes Wasser:
- Der Vata-Typ sollte eineinhalb Liter Wasser fünf Minuten lang kochen lassen. Anschließend werden drei Blätter Minze, ⅕ Teelöffel Fenchelsamen und ¼ Teelöffel Eibischwurzel hinzugegeben. Das Wasser sollte nun über den Tag verteilt und lauwarm getrunken werden.
- Um Pitta zu beruhigen, werden zwei Liter Wasser für zwei Minuten gekocht. Anschließend werden ¼ Teelöffel Fenchelsamen, zwei Rosenknospen und eine Gewürznelke in das Wasser gegeben. Im Sommer kann das Wasser bei Raumtemperatur getrunken werden, im Winter etwas wärmer.
- Für den Ausgleich von Kapha wird ein Liter Wasser fünf Minuten lang gekocht. Danach kommen drei Basilikumblätter, zwei dünne Stücke frischer Ingwer, ¼ Teelöffel Kreuzkümmel sowie ½ Teelöffel Fenchel in das Wasser. Am besten wirkt es, wenn es heiß bis lauwarm über den Tag verteilt getrunken wird.


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Gewürze und Kräuter gehören zur ayurvedischen Ernährung wie das Balancegefühl zum Yoga! Und auch hier kommt es auf den richtigen Einsatz der Zutaten an, um das Gleichgewicht der Doshas ideal regulieren zu können.
Die richtige Menge heißes Wasser trinken im Ayurveda
Bei der Frage nach der richtigen Menge an Wasser pro Tag müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Neben dem Alter und dem Wetter, der Ernährungsweise und der Arbeitsbelastung spielen auch der durchschnittliche Stress sowie Dein Konstitutionstyp eine Rolle.


Grundsätzlich sind Pitta-Typen durstiger als Menschen mit Kapha-Merkmalen. Für alle Ayurveda-Typen gilt es aber, das Wasser am Morgen zuzubereiten und in einer Thermoskanne aufzubewahren. Über den Tag verteilt sollte nun etwa alle 30 Minuten etwas davon getrunken werden.
Während eine rege Wasserzufuhr tagsüber wichtig ist, empfiehlt das Ayurveda während der Mahlzeiten eine kleine Menge reines Wasser. Die ayurvedische Küche ist bereits sehr reich an Gewürzen und Kräutern, was den Körper bei einer verstärkten Zufuhr möglicherweise überfordern könnte.
Je nach Mahlzeit wird pro Essen etwa eine Tasse Wasser empfohlen. Bei flüssigen Speisen wie Suppe oder Dhal-Gerichten reicht eine geringere Flüssigkeitsaufnahme. Bei trockenen Gerichten solltest Du hingegen mit mehr Wasser kompensieren. Achte am besten auf die Temperatur-Empfehlung des Wassers je nach Konstitution. Auf die Aufnahme von (eis-)kaltem Wasser solltest Du hingegen verzichten, um Dein Verdauungsfeuer nicht zu löschen.
Warmes Wasser abends trinken: Hilft es beim Einschlafen?
Ja und das nicht nur im Ayurveda: Ein kleiner Becher warmes Wasser etwa eine Stunde vor dem Schlafen beruhigt das parasympathische Nervensystem und signalisiert dem Körper, dass jetzt Ruhezeit ist.
Die Wärme entspannt die Muskulatur und kann helfen, Stress aus dem Tag loszulassen. Besonders Vata-Typen, die zu Gedankenkarussell und Schlafstörungen neigen, profitieren davon spürbar.
Wichtig ist, die Menge abends gering halten. Zu viel Flüssigkeit kurz vor dem Schlafen führt zu nächtlichen Toilettengängen und unterbricht den erholsamen Schlaf. Optional kannst Du etwas Honig ins warme Wasser geben, er wirkt zusätzlich beruhigend.
FAQ: Häufige Fragen zu heißem Wasser im Ayurveda
Warum soll man im Ayurveda heißes Wasser trinken?
Im Ayurveda stärkt heißes Wasser das Verdauungsfeuer Agni und löst angesammelte Stoffwechselrückstände (Ama). Es wird schneller als kaltes Wasser vom Körper aufgenommen und fördert die Entgiftung. Deshalb gilt es als tägliches Basisritual in der ayurvedischen Lehre.
Wie heiß soll das Wasser im Ayurveda sein?
Ideale Trinktemperatur ist zwischen 40 und 60 Grad Celsius. Zu heißes Wasser kann die Schleimhäute reizen, zu kühles Wasser schwächt das Verdauungsfeuer. Lauwarm bis heiß – je nach Dosha-Typ – ist die ayurvedische Empfehlung.
Wie viel warmes Wasser soll man pro Tag trinken?
Im Ayurveda wird empfohlen, das vorbereitete warme Wasser über den Tag verteilt zu trinken, etwa alle 30 Minuten ein paar Schlucke. Die Gesamtmenge richtet sich nach Konstitutionstyp, Alter, Jahreszeit und körperlicher Aktivität.
Kann man warmes Wasser auch abends trinken?
Ja, eine kleine Tasse warmes Wasser etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen beruhigt das Nervensystem, entspannt die Muskulatur und fördert einen erholsameren Schlaf. Besonders Vata-Typen mit Neigung zu Unruhe und Schlafstörungen profitieren davon.
Warum macht warmes Wasser manchmal müde?
Wärme aktiviert das parasympathische Nervensystem, also den Teil, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist. Das kann ein angenehmes Gefühl von Ruhe und Müdigkeit auslösen.
Ist abgekochtes Wasser gesünder als normales Wasser?
Im Ayurveda ja – aus zwei Gründen: Einerseits werden beim Kochen Keime und Rückstände reduziert, andererseits verändert sich die Struktur des Wassers. Es wird kurzkettig und dünnflüssiger, was die Ausleitung von Schlacken erleichtert.
Welche Kur im Sonnhof eignet sich für eine umfassende Entgiftung?
Unsere Detox Kur sowie die Panchakarma Kur setzen auf ayurvedisches heißes Wasser als tägliches Reinigungsritual. Es ist fester Bestandteil jedes Programms im European Ayurveda Resort Sonnhof.
Quellen
(1) Fujihira K, Hamada Y, Yanaoka T, Yamamoto R, Suzuki K, Miyashita M. The effects of water temperature on gastric motility and energy intake in healthy young men. Eur J Nutr. 2020 Feb;59(1):103-109. doi: 10.1007/s00394-018-1888-6. Epub 2019 Jan 7. PMID: 30617417; PMCID: PMC7000532.
(2) Sun WM, Houghton LA, Read NW, et alEffect of meal temperature on gastric emptying of liquids in man. Gut 1988;29:302-305.



